Forschende am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein neues, kleines Gerät entwickelt, das Menschen mit Diabetes vor gefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) schützen könnte. Das Gerät wird unter die Haut eingesetzt und erkennt, wenn der Blutzucker zu niedrig ist. In diesem Fall gibt es automatisch ein Pulver mit dem Wirkstoff Glukagon ab, der den Blutzucker schnell wieder ansteigen lässt.
In ersten Versuchen mit Mäusen hat das Implantat zuverlässig funktioniert: Sobald der Blutzucker zu niedrig war, wurde Glukagon freigesetzt und der Blutzucker stieg innerhalb weniger Minuten wieder an. Das Gerät ist sehr klein und leicht und funktioniert drahtlos.
Glukagon wird normalerweise als Notfallmedikament bei schweren Unterzuckerungen eingesetzt, vor allem bei Typ-1-Diabetes. Die neue Technik könnte den Vorteil bieten, dass Betroffene sich nicht mehr selbst um die Notfallgabe kümmern müssen – das Gerät reagiert automatisch.
Bis das Implantat für Menschen verfügbar ist, sind noch weitere Untersuchungen nötig. Die Forschenden arbeiten daran, das Gerät noch kleiner zu machen und dafür zu sorgen, dass es möglichst lange und zuverlässig funktioniert. Auch Fragen zur Anwendung beim Menschen, wie zum Beispiel die Anzahl der möglichen Dosen und mögliche Risiken, müssen noch geklärt werden.
Experten sehen in dem neuen Gerät eine vielversprechende Möglichkeit, Unterzuckerungen zu verhindern und die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes zu verbessern. Sie betonen aber, dass noch weitere Studien und Entwicklungen notwendig sind, bevor das Implantat im Alltag eingesetzt werden kann.

